Wie unsere Ernährung zu einem nachhaltigen Umgang mit dem Planeten beiträgt

Tag für Tag essen wir. Eine Person nimmt im Durchschnitt 2300 g Nahrungsmittel pro Tag zu sich. Wie und was wir essen, entscheiden wir bis zu fünf Mal jeden Tag: mit Genuss oder in Eile, daheim gekocht oder auswärts, am gemeinsamen Tisch, als Take-Away, pflanzliche oder tierische Produkte, biologisch oder konventionell angebaut, von fern hergeholt oder regional gewachsen.

Unsere tägliche Auswahl an Lebensmitteln entscheidet darüber wie es unserem Planeten geht. 30% der Umweltbelastungen durch verstärkte Emissionen von CO2, die Übernutzung von Wasser und Boden und den verstärkten Einsatz von Dünger und Pestiziden entstehen durch die Landwirtschaft. 

Jede einzelne Person in der Schweiz kann gute Entscheidungen treffen, um diese Umweltbelastungen zu reduzieren:

Ernähre dich nach der Lebensmittelpyramide: Mindestens 5 Portionen und Obst und Gemüse und immer öfter tierisches durch pflanzliches Eiweiss ersetzen.

Damit schützt du den Boden, die Artenvielfalt und verringerst Treibhausgase.

Tierzucht benötigt viel Land: Kulturland, Weiden, aber auch grosse Flächen im Ausland, um Tierfutter zu produzieren. Monokulturen von Sojabohnen für das Tierfutter sind ein Treiber für die Abholzung der tropischen Wälder, die unser grösstes Reservoir für die Artenvielfalt bilden und grosse Mengen Treibhausgase binden. Die Umweltbelastung Deiner Ernährung sinkt um 12%, wenn Du nur höchstens zwei Mal pro Woche Fleisch ist.

Wusstest Du? 2000 m2 Ackerland sollten ausreichen, um Dich zu ernähren, zu kleiden und deine Energie zu produzieren. Tatsächlich brauchen wir viel mehr. 

Der durchschnittliche Konsum in der Schweiz von Fleisch liegt bei etwa 50 kg pro Person, was zusätzlichen 1000 m2 entspricht je nachdem wie wir den Flächenverbrauch ansetzen: 33 – 49 m2 pro kg Rindfleisch, 9 – 12 m2 pro kg Schweinefleisch, 8 – 10 m2 pro kg Hühnerfleisch (BLV 2019; SwissVeg; WWF 2011).

Verwende saisonale und regionale Lebensmittel.

Du reduzierst den Anbau von Lebensmitteln in beheizten Gewächshäusern und sparst Energie.

Du vermeidest den Transport von Lebensmitteln mit dem Flugzeug. Damit schützt Du das Klima und vermeidest die Emission von CO2.

Bevorzuge Produkte aus biologischem und agrarökologischem Anbau. 

Du schützt die Wasser-, Luft- und Bodenqualität, indem du intensive Landwirtschaftsmethoden mit hohem Verbrauch von Dünger und Pflanzenschutzmitteln vermeidest. Biologische Landwirtschaft baut den Boden auf, hält Wasser im Boden zurück und schützt die Biodiversität. Sie setzt Pflanzenschutzmittel sparsam ein und vermeidet den Einsatz synthetischer Mittel. 

Wusstest Du? Unter http://labelinfo.ch findest Du einen Ueberblick über die biologischen Label. Das Demeter-Label hat den höchsten Standard, aber auch viele anderen Bio-Label sind sehr empfehlenswert.

Vermeide die Verschwendung von Lebensmitteln und Food Waste.

Du vermeidest CO2-Emissionen, Biodiversitätsverlust sowie unnötigen Land- und Wasserverbrauch.

25 Prozent der Umweltbelastung der Ernährung der Schweiz sind auf Food Waste (vermeidbare Lebensmittelverluste) zurückzuführen. Dies entspricht etwa der halben Umweltbelastung des motorisierten Individualverkehrs der Schweiz (Bundesamt für Umwelt).

Lebensmittel nicht mit dem Auto einkaufen.

Durch diese Massnahme schützt du das Klima, indem Du die unnötige Emission von CO2 verhinderst.

Wusstest Du? Die Privatfahrten zum Supermarkt können mehr CO2 verursachen als der Lastwagentransport vorher.  


Alle Bilder: frei verfügbar unter Werkzeugkasten Umwelt

Bundesamt für Landwirtschaft (2019). Schweizer Ernährungsbulletin 2019. DOI: 10.24444/blv-2018-0111

Bundesamt für Umwelt. Lebensmittelabfälle.

SwissVeg. Landflächenverbrauch.

WWF Deutschland (2011). Fleisch frisst Land.

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