VeChi Studie: Vegane und vegetarische Ernährung bei Kindern

Dubravka Vrdoljak. Kürzlich erschienen die Ergebnisse einer grossangelegten Querschnittstudie über die Auswirkung der Ernährungsweise auf den Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen (6-19 Jahre).

Untersucht wurde bei 401 Studienteilnehmenden, ob sich vegane, vegetarische oder omnivore (omnis = alles) Ernährung besser oder schlechter auf die Entwicklung (Wachstum) auswirkt. Alle Testpersonen folgten seit min. 4 Jahren der angegeben Ernährungsweise. Flexitarierer (=Personen die sich nicht strikt an eine Ernährungsweise halten, z.B. ab und zu Fisch essen) wurden ausgeschlossen. Ausschliesslich Veganer:innen nahmen Nahrungsmittelergänzungen (=B12 und Kalzium) über angereicherte Lebensmittel (z.B. Hafermilch mit Kalzium) zu sich.

Die Studienergebnisse basieren auf einem 3-tägigen Ernährungsprotokoll, Körpermassen und entnommenen Blut- sowie Urinproben. Die Werte von Makro- und Mikronährstoffen wurden miteinander verglichen und Risikonährstoffe besonders unter die Lupe genommen (B12 und Kalzium).

  • Grundsätzlich lag die protokollierte Energiezufuhr bei allen drei Ernährungsformen unter den Empfehlungen der DACH-Referenzwerte[1].
  • Die protokollierte Kalziumzufuhr war bei allen Proband:innen niedrig -besonders bei Veganer:innen.
  • Die Nährstoffversorgung auf Grundlage der Blut- und Urinproben zeigten bei Veganer:innen und Vegetarier:innen keinen besorgniserregenden Mangel bei den Risikonährstoffen.
  • Generell war die Versorgung von Vitamin B2 (Riboflavin), Vitamin D und Jod bei allen drei Ernährungsformen zu tief.
  • Die Vitamin B12 Versorgung war angesichts der Supplementierung in der veganen Gruppe gut gedeckt. Hingegen erreichte die sich vegetarisch ernährenden Gruppe die täglich empfohlene Menge nicht.
  • Die Lebensmittelauswahl (=hoher Verzehr von Gemüse, Obst, Vollkorgetreide, Hülsenfrüchten und Nüssen) von Veganer:innen werden mit gesundheitsfördernde Lebensmittelmustern in Verbindung gebracht.

Studiendesign ist das Herzstück einer gut angelegten Studie. Die VeChi-Youth Studie überzeugt:

  • Weil es sich um minderjährige Teilnehmende handelte, die von ihren Eltern begleitet wurden und detailliert auf ihr Ernährungsprotokoll geachtet wurde.
  • Strenges Ausscheidungsverfahren.
  • hohe Anzahl an Testpersonen, um besondere Einzelfälle auszugleichen.

Unabhängig von der Ernährungsform sollte die Versorgung von Vitamin B2, Vitamin D und Jod verbessert werden. Sich vegetarisch ernährenden Personen wird zudem die Supplementierung von Vitamin B12 empfohlen. Zusätzlich wird empfohlen, die Menge an pflanzlichen Proteinquellen zu steigern, um die niedrigere Qualität von pflanzlichen Proteinquellen auszugleichen. Abschliessend konnte deutlich gezeigt werden, dass eine vegetarische oder vegane Ernährung im Kindes- und Jugendalter der Entwicklung nicht schadet, wenn auf eine ausreichende Versorgung von Risikonährstoffen geachtet wird.


[1] https://www.sge-ssn.ch/grundlagen/lebensmittel-und-naehrstoffe/naehrstoffempfehlungen/dachreferenzwerte/

Photo by Helena Lopes on Unsplash

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