Brot von gestern darf kein Food Waste sein

In der Schweiz hat Brot beim Food Waste die Nase vorn: In der Schweizer Gastronomie landen jährlich ca. 37’000 Tonnen Brot im Abfall, in Schweizer Privathaushalten sind es jährlich um die 120’000 Tonnen. Insgesamt landen über 50% der gesamten Brotproduktion in der Schweiz im Abfall.

Brot hat einen relativ grossen CO2-Fussabdruck: im Mittel zwischen 1-2 kg CO2-eq pro kg Brot (zum Vergleich: 1.33 kg CO2-eq/Person und Tag sind das vernünftige Mass (1,2). Warum? Brot hat eine lange Verarbeitungskette: Anbau des Getreides, Ernte, Lagerung und Transport, Mahlen, Backen und schliesslich Verkauf und Konsumation des relativ kurzlebigen Produkts:

Dabei trägt die Art des Anbaus am Meisten zum CO2-Fussabdruck bei. Ein Drittel der CO2-eq/kg fällt hier an (2, 1). Der biologische Anbau macht hier einen grossen Unterschied zum industriellen Anbau, weil bodenschonende Anbaumethoden sehr viel weniger Treibhausgase aus den Böden freisetzen.

Während des Backens braucht es viel Energie (3). Ein weiteres Drittel der CO2-eq/kg fällt hier an. Brot im Hausabfall und der Biogasanlage tragen dann weiter zum CO2-Fussabdruck bei (1).

Dagegen hat der Transport kaum eine Auswirkung auf den Fussabdruck: Der Transport von z.B. Bio-Weizen in den Schweizer Supermarkt verschlechtert die Bilanz nur sehr wenig.

Merke! Ob du dein Brot toastest oder einfrierst, macht einen Unterschied. Der Fussbadruck von Toastbrot ist z.B. deutlich schlechter als der von anderen Brotsorten (1, 4).

Willst du also die Lebensdauer deines Brots verlängern, friere es nicht ein, sondern greife auf die folgenden Methoden zurück:

Brot einfach wieder aufbacken

Das ist vermutlich der einfachste Trick den es gibt, um leicht trockenes Brot wieder ofenfrisch zu machen. Das Brot schnell unter den Wasserhahn halten und im Ofen kurz bei mittlerer Hitze aufbacken. Wenn die Feuchtigkeit im Brot verdampft ist, herausnehmen und geniessen!

Wie hält man Brot frisch?

Am besten bewahrt man Brot in einem Tontopf (Römertopf) auf. Dieser reguliert nämlich die Feuchtigkeit, damit das Brot nicht schimmelt und möglichst lange von grosser Trockenheit verschont bleibt. Wenn man keinen Tontopf zu Hause hat, hilft auch ein einfaches Haushaltstuch bei der Feuchteregulation anstatt das Brot im Papiersack dem Vertrocknen auszusetzen.

Weitere Rezepte hier

Hintergrund

Als ökologischen Fussabdruck bezeichnen wir die Menge an Ressourcen, die eine Person pro Tag durch ihren Lebensstil verbraucht. Der ökologische Fussabdruck wird meistens in CO2-Aeqivalenten gerechnet, also die Menge CO2, die durch den Lebensstil pro Person und Jahr ausgestossen wird. In der Schweiz soll die Pro-Kopf Emission von CO2 bis 2050 auf 1t/Person und Jahr reduziert werden. Das wären dann ca. 4 kg CO2-eq/Kopf und Tag. Die Ernährung dürfte dann ca. 1/3 davon ausmachen –> 1.33 kg CO2-eq/Kopf und Tag.

Referenzen:

  1. Espinoza-Orias, N., Stichnothe, H., Azapagic, A. (2011). The carbon footprint of bread. The International Journal of Life Cycle Assessment 16, 351–365.
  2. Notarnicolaa, B., Tassiellia, G., Renzullia, P.A., Monfortib, F. (2017). Energy flows and greenhouses gases of EU (European Union) national breads using an LCA (Life Cycle Assessment) approach. Journal of Cleaner Production 140: 455e469
  3. Andersson, K., Ohlsson, T. (1999). Life cycle assessment of bread produced on different scales. The International Journal of Life Cycle Assessment 4, 25–40
  4. siehe Punktevergleich Toastbrot mit anderen Brotsorten: von https://eingutertag.org/de/

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