Der Treffpunkt City ist Restaurant und soziale Einrichtung zugleich, welche Sozialhilfe Empfänger:innen ein günstiges Mittagessen (4.- pro Teller) jeden Tag anbietet. Jährlich sind das 20’000 Mittagessen. Nach dem Prinzip «Klient:innen kochen für Klient:innen» wird ein Verpflegungs- und Betätigungsangebot für Klient:innen geschaffen, welche Lust und Spass am Kochen haben.
Sie kaufen ein und bestimmen das Menü selber:
- Im Angebot muss es eine vegetarische Alternative geben.
- Als Beilage wird Gemüse / Salat gereicht.
- Es gibt immer eine Suppe.
Viele Produkte werden über Aktionen, Aktionshefte von Denner, Coop, Migros gekauft nach dem Prinzip Quantität vor Qualität1. Bei vielen Menüs dominiert eine hoher Fleischmenge von tiefer Qualität: «der letzte Luxus der uns geblieben ist – mein Stück Fleisch.» – Erinnerung einer Mitarbeiter:in
Wesentlich ist, dass eine gesunde und günstige Ernährung ohne Kochen fast nicht möglich ist. Wer regelmässig kocht, weiss sein Budget besser einzusetzen. Denn hoch-verarbeitete Lebensmittel sind im Einkauf teuer. Für eine nachhaltige Ernährungsweise braucht es nicht nur zahlbare Lebensmittel, welche sich auch Personen in bescheidenen Verhältnissen leisten können, sondern auch Ansätze und Methoden der Planetary Health Diet, Leaf-to-root, und Vermeidung von Foodwaste, die gesundes Essen auch innerhalb eines kleinen Budgets erlauben.
Am 19. Juli 2023 fand im Treffpunkt City ein Sommerfest statt, mit Programm und gratis Abendessen – letzteres macht diesen Anlass sehr beliebt. Zusammen mit Andi Handke, Bildungslehrer an der Berufsschule und Ko-Initiant von GastroFutura, führten wir die Mitarbeitenden an das Thema heran. «Planetary Health Diet“ bedeutet kein Verzicht auf Fleisch, sondern eine Reduktion der Fleischmenge und eine Erhöhung der Qualität. So können z.B. in der Bolognese-Sauce, der Gulaschsuppe, bei den Fleischspiessen und Eintöpfen die Fleischmenge halbiert und mit Linsen und Gemüse gestreckt werden. Die Portionsgrössen der Fleisch-Beilage können reduziert und mit schmackhaften vegetarischen Optionen ergänzt werden. Mit Kochlöffel und neuen Kochkenntnissen ausgerüstet, ging es mit dem gesamten Team in die Küche. Das Buffet wurde geschmückt mit Pilz-Sesam-Linsen Salat, rustikalen Kartoffelsalat, Salsa verde aus Radiesliblättern, Gemüsepaste aus Schalen und herzhaften Pastasalat.
«Unsere Klient:innen haben viele Themen die sie bereits beschäftigen. Ist Ernährung ein Thema zu viel?» – Mitarbeiter:in Treffpunkt City.
Ernährung geht über den Tellerrand hinaus. Die Lebensmittelwahl beeinflusst die Gesundheit und die Lebensqualität und Umwelt der Klient:innen. Es muss nicht immer Grundlegendes im Verpflegungsangebot verändert werden, sondern das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung für Körper und Planeten gestärkt werden, z.B. indem bekannte Speisen aufgewertet werden.
1 Bundesamt für Landwirtschaft (2021, November 16). „Fleisch – Bedeutung von Verkaufsaktionen im Schweizer Fleischmarkt.“ Marktbeobachtung. https://www.blw.admin.ch/blw/de/home/markt/marktbeobachtung/fleisch.html
Ein Kommentar zu “«Der letzte Luxus der uns geblieben ist – mein Stück Fleisch» ”