Brot von gestern darf kein Food Waste sein

In der Schweiz hat Brot beim Food Waste die Nase vorn: In der Gastronomie landen jährlich ca. 37’000 Tonnen Brot im Abfall, in Privathaushalten sind es jährlich um die 120’000 Tonnen. Insgesamt landen über 50% der gesamten Brotproduktion im Abfall.

Brot hat einen relativ grossen CO2-Fussabdruck: im Mittel zwischen 1-2 kg CO2-eq. pro kg Brot (1,2). Warum? Brot hat eine lange Verarbeitungskette: Anbau des Getreides, Ernte, Lagerung und Transport, Mahlen, Backen und schliesslich Verkauf und Konsumation des relativ kurzlebigen Produkts addieren sich beim Fussabdruck.

Dabei trägt die Art des Anbaus am meisten zum CO2-Fussabdruck bei. Ein Drittel der CO2-eq./kg fällt hier an (2, 1). Der biologische Anbau macht einen grossen Unterschied zum industriellen Anbau, weil bodenschonende Anbaumethoden sehr viel weniger Treibhausgase aus den Böden freisetzen.

Während des Backens braucht es viel Energie (3). Ein weiteres Drittel der CO2-eq./kg fällt hier an. Brot im Hausabfall und der Biogasanlage tragen dann weiter zum CO2-Fussabdruck bei (1).

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Überreifes Obst und Gemüse zu Fruchtleder verarbeiten

Ein neues Rezept ergänzt die Food Waste Collection. Präsentiert von den Multiplikator:innen in Basel: WERT!stätte

Sobald ein Apfel oder eine Karotte überreif ist, verliert das Obst oder Gemüse seine feste Konsistenz. Manchmal zeigen sich auch braune Flecken. Nicht selten führt das zu Food Waste. Das Aussehen ist jedoch kein Grund für Food Waste.

Fruchtleder ist eine schöne Möglichkeit, dieses zu verarbeiten.

Zum Rezept

Basel: Neue Einkaufsmöglichkeiten mitgestalten

In kleiner Runde, dafür im umso intensiveren Austausch, konnten Quartierbewohner:innen am 10.11.2021 in „Kollektiv & digital – neue Einkaufsmöglichkeiten» über eine lokale Lebensmittelversorgung diskutieren, an der sie sich beteiligen können.

Basel

Drei innovative Organisationen stellten ihre Konzepte und Ideen vor: 

  • Marktschwärmerei – der Hofladen kommt zu euch in die Stadt! Damit Quartierbewohner:innen den Komfort einer quartiernahen Versorgung in Fussdistanz geniessen können, sollten mehr Marktschwärmereien in Basel entstehen. Du möchtest selbst eine Markschwärmerei gründen? Kontaktiere Christoph Schön vom IG Ernährungsforum.
  • Crowd Container garantiert eine transparente Wertschöpfungskette mit fairen Preisen für Kleinbäuer:innen aus dem globalen Süden und der Schweiz. Der Preis der Produkte wird mit den Anbieter:innen zusammen definiert. Wie viel ist (dir) Arbeit für die Erhaltung natürlicher Lebensgrundlagen und genussreicher Lebensmittel wert?
  • FoodCoops für Alle! will bis 2030 mindestens 100 neue Food-Kooperativen in Quartieren aufbauen. Nachbarschaftlich organisierte Sammelbestellungen mit null Infrastruktur und null Fixkosten zum Beispiel in Gemeinschaftsräumen. Du möchtest deine FoodCoop gründen? Melde dich bei Florian Jakober.

Was ist den Quartierbewohner:innen wichtig?

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Basel: Lokale Ernährung mitgestalten

Wie veränderst du dein Quartier? Wie gestaltest du die lokale Nahrungsversorgung in deinem Quartier mit?

Basel

Zusammen mit dem IG Ernährungsforum und der Markthalle Basel haben am 26. Oktober 2021 Quartierbwohner:innen an der Ernährungslandschaft in ihrem Quartier gearbeitet: lokal, nachhaltig und auf die Quartiergemeinschaft ausgerichtet.

Die Imaginationsreise wurden u.a. angeleitet von Quartierkoordinator:innen, die Umsetzungen begleiten können. Es wurden viele Ideen diskutiert, z.B. eine skalierbare Kompostbewirtschaftung oder die Idee essbarer Stadtlandschaften.

Die anregenden Gespräche über Wünsche, zukünftige Kollaborationen und Handlungsmöglichkeiten haben wir nicht vergessen! Ebenso wenig unser Versprechen, die gesammelten Wünsche an die Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt weiterzugeben. Damit sie dort bei der weiteren Ausgestaltung der «Strategie nachhaltige Ernährung 2030» präsent sind.

Ab sofort beginnt die Challenge, in welcher alle Teilnehmende eingeladen sind, individuelle Erfahrungen und Handlungen im Quartier zu teilen.

Vorlagen

Postkarte

Ja und

Traumreise

Präsentationen

Stefanie Kaiser, Projektleiterin Kantons- und Stadtentwicklung Basel-Stadt:

Massnahmenpaket Nachhaltige Ernährung Basel-Stadt 2018-2021

Jan Landert , FIBL:

Was isst Zürich? Ansatzpunkte für eine regionale, nachhaltige Lebensmittelversorgung

Wir bedanken uns bei der Christoph Merian Stiftung und dem Amt für Umwelt und Energie für die Unterstützung.

Ein Rückblick auf Zürich im Sommer 2021: Lokale Ernährung mitgestalten

Die Ideen, die in Zürich entwickelt wurden: Quartierküchen als Orte, um zusammen zu kommen. Ein dichtes Netz von 24/7 Quartierdepots für lokale Produzierende, um Produkte lokal zu verteilen.

Screenshot vom Quartierdialog

Was die Teilnehmenden in den Quartieren und Haushalten nach der Veranstaltung umsetzen, interessiert uns sehr. Fortlaufend veröffentlichen wir hier, was mit uns geteilt wurde.

Aufzeichnungen der Vorträge

  • Fred Frohofer, NENA1Video
  • Rahel Fuchs, pura verduraVideo

Kommentare der Teilnehmenden:

Danke für die spannende Veranstaltung.

Vielen Dank für die spannende Veranstaltung – hat auf jeden Fall Lust gemacht, weiter über das Thema nachzudenken und mich mit anderen Leuten im Quartier zu vernetzen.

Ein Rückblick auf Zürich im Sommer 2021: Meine Ernährung, mein gesunder Planet

Der 2. Dialog im Quartier: «Meine Ernährung, meine Entscheidungen, mein gesunder Planet» hat sich mit der Planetary Health Diet und den CO2-Bilanzen unserer Lebensmittel beschäftigt.

  • Prof Christine Brombach, ZHAW Präsentation zur Planetary Health Diet mit den 10 Empfehlungen und Wochenplänen.
  • Dr. Franziska Stössel, Stadt Dietikon Präsentation zur Ökobilanz von Früchten und Gemüse im Grossverteiler.
  • Manuel Klarmann, Eaternity –  Unsere Zukunft mit nachhaltiger Ernährung schon heute: Eaternity-App | Code Check App mit Klima Score mit den Werten von Eaternity.

Wir sind gespannt, welche Handlungen die Teilnehmenden in der Challenge umsetzen werden. Ideen gab es viele: vom Ausprobieren eines neuen pflanzlichen Rezepts in jeder Woche bis zum Reduzieren der Anzahl Kaffee-Tassen auf 1-2 pro Tag.

Wir hatten einige Fragen gestellt und geben die Auflösung bekannt:

Wie nachhaltig sind Orangen aus Spanien oder aus Italien?

Auflösung

Was ist die Ökobilanz von Spargel im März?

Auflösung

Picture: EinguterTag.org

Wie nachhaltig sind Erdbeeren oder Himbeeren aus Spanien im Winter?

Auflösung

Picture: EinguterTag.org

Wie nachhaltig ist Tofu?

Auflösung

Picture: EinguterTag.org

Wie viel Tassen Kaffee pro Tag?

Auflösung

Picture: EinguterTag.org

Wie nachhaltig ist Rind von der Alpweide?

Auflösung

Ein Rückblick auf Zürich im Sommer 2021: Essen ohne Food Waste

Im Schnitt geht jedes dritte Lebensmittel in der Schweiz zwischen Feld und Teller verloren oder wird verschwendet (Infografiken von foodwaste.ch). 50% der Umweltbelastungen in der Schweiz entstehen durch die Ernährung. 10 – 15% können wir durch Vermeiden von Food Waste verringern.

Ganz besonders wichtig in der Veränderung sind wir Konsumentinnen und Konsumenten. 8 Millionen Menschen können viel verändern, wenn wir:

  • Saisonal und regional einkaufen.
  • Auch unförmigem Obst und Gemüse eine Chance geben.
  • Brot und Backwaren vom Vortag kaufen.
  • Auch weniger edle Fleischstücke kaufen.
  • Im Restaurant kleinere Portionen bestellen und Resten einpacken lassen.
  • Aktiv den Dialog zu den Produzentinnen und Produzenten suchen und uns für eine Veränderung stark machen. – Karin Spori, foodwaste.ch

Dr. Jeanine Ammann, Agroscope: Food Waste: Einstellungen , Wahrnehmungen und Verhaltensmuster – Präsentation

Ein Tagebuch führen, kann eine Strategie sein, um Verhaltensmuster aufzudecken. Nützliche Fragen:

  • Welche Lebensmittel werfe ich regelmässig weg?
  • Habe ich oft Gäste und koche zu viel?
  • Kaufe ich zu grosse Mengen ein?

Die folgenden Stände im Food Waste Parcour können wir zusammen mit anderen Multiplikator:innen anleiten und durchführen. Nehmt mit uns Kontakt auf!

Durch das richtige Lagern Food Waste vermeiden

Max Vakhtbovych von Pexels
Foto von Max Vakhtbovych von Pexels

Durch falsches Lagern entsteht unnötiger Food Waste. Wir vermitteln dir nützliche Infos, wie du deinen Kühlschrank richtig einräumst. Wie kannst du dein Gemüse und Obst lagern? Mache mit beim Kühlschrankspiel und nehme einen Leitfaden für das Lagern von Lebensmitteln mit nach Hause.

Das Gemüse zu krumm, zu schief?

Melanie Paschke

Was mustert der Handel eigentlich alles aus, weil es nicht der Norm entspricht? Hier misst du nach und sortierst so wie im Grossverteiler.

Schauen, riechen, schmecken: Vertraue deinen Sinnen bei der MHD-Blind-Degustation

Karin Spori, foodwaste.ch

Das Mindeshaltbarkeitsdatum ist ein Anhaltspunkt für die Haltbarkeit eines Lebensmittels und nicht ein Kriterium dafür, es wegzuwerfen. Sensibilisierte Verbraucher vertrauen ihren Sinnen. Probiere es aus!

Warum Schalen nicht in den Food Waste gehören?

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Orangenschalen, Kaffeesatz oder Molke sind kein Food Waste, sondern Ausgangsmaterial für neue Produkte in einer Kreislaufwirtschaft. Was daraus heute schon alles gemacht wird, lernen wir kennen und nehmen danach Rezept & ein Gläschen für eine haltbare Gemüsepaste, die in der nächsten Bouillon verwendet werden kann, mit nach Hause. In Zukunft wirst du Gemüseschalen nicht mehr wegwerfen, sondern als wichtige Ressource schätzen.

Mikro-Habits – Was ist der kleinstmögliche Schritt?

LordLucas auf Pixabay
Bild von LordLucas auf Pixabay

Verhaltensforscher B.J. Fogg „Umso kleiner die Gewohnheit, umso einfacher ist sie zu integrieren“. Um deinen Food Waste zu reduzieren, finden wir gemeinsam heraus, welches dein gängigstes Food Waste Verhalten ist und ersetzen die schlechte Gewohnheit durch eine langfristig Gute.

Der Wurmkomposter

Sippakorn Yamkasikorn von Pexels
Foto von Sippakorn Yamkasikorn von Pexels

Auch wenn wir uns noch so anstrengen, Foodwaste zu vermeiden, fallen in jedem Haushalt organische Abfälle an. Diese können wir zu wertvollem Kompost umwandeln. Wir lernen den Wurmkomposter für die Kompostherstellung kennen.

Neue Anlässe mit Kühlschrankspiel

Am Quartieranlass vom 18. August beim GZ Schindlergut zusammen mit dem Ernährungsforum Zürich standen Kühlschrank & Glücksrad im Zentrum des Interesses. Kinder & Eltern konnten den grossen Kühlschrank einräumen oder das Kühlschrankspiel lösen.  

Was sorgte für die grösste Überraschung bei den Teilnehmenden?

Das die Milch oder der Orangensaft eigentlich nicht in die Seitentür gehören, sondern in die Mitte des Kühlschranks, wo die Temperaturen tiefer sind. 

Die nächsten Quartieranlässe finden im GZ Buchhegg am 17. September 2021 (Schnippeldisko) und im GZ Wollishofen am 22.September 2021 (Wissen macht Schule) statt. 

Kuhmilch durch pflanzliche Produkte ersetzen?

Sind pflanzliche Produkte ein guter Ersatz für Milchprodukte?

Liegt der Fokus auf einer Reduzierung des Beitrags zur Umweltbelastung, dann schneiden die meisten pflanzlichen Alternativen besser ab, da die verwendeten Getreide, Hülsenfrüchte oder Nüsse im Anbau klimafreundlicher sind und weniger Wasser und Energie benötigen als die Milchprodukte durch Kühe. Nur Cashewdrinks nicht: beim Anbau reichern sich Schwermetalle im Boden an, was den Anbau problematisch macht.

Vergleichen wir die Proteinaufnahme durch Kuhmilch und pflanzliche Alternativen: In 6 dl Milch sind 20 g Proteine enthalten, also rund ein Drittel des Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Um die gleiche Menge Proteine aus pflanzlicher Milch zu erhalten, müsste ein Erwachsener bei den meisten pflanzlichen Alternativen die Trinkmenge erhöhen: 1.0 l Lupinen, 1.8 l Mandeln, 4.0 l Cashew, aber nur 0.5 l Soja.

Durch diese höheren Verbrauchsmengen steigt die Umweltbelastung wieder an und liegt bei allen pflanzlichen Drinks mit Ausnahme von Soja über der Belastung von Kuhmilch für die gleiche Proteinmenge.

Wichtig zu wissen: Nur Soja ist eine vollwertige Eiweissquellen d.h. Sojabohnen enthalten alle 9 essenziellen Aminosäuren, die wir aus der Nahrung aufnehmen sollten. Pflanzliche Milch enthält – ausser durch Zusatz – auch kein Calcium.

Entscheidungskriterien: Als Proteinquelle ersetzen pflanzliche Alternativen die Kuhmilch nicht. Klimafreundlicher sind sie.

Wer tierische Eiweissquellen durch andere Proteinquellen ersetzen möchte, sollte Hülsenfrüchte, Getreiden und Nüssen kombinieren, um alle essentiellen Aminosäuren aufzunehmen, wie in dieser Infografik dargestellt.

Quellen:

Maresa Bussa, Martina Eberhart, Niels Jungbluth und Christoph Meili ( 2020). Ökobilanz von Kuhmilch und pflanzlichen Drinks. ESU-services GmbH im Auftrag von WWF Schweiz, Schaffhausen, Schweiz: zur Publikation

Wie nachhaltig ist Tofu?

Die bei der Herstellung von 1 kg Tofu anfallenden CO2-eq. (1.66 kg) sind nur ein kleiner Teil der CO2-eq. für 1 kg Rindfleisch (14.8 kg).

Nur 20% des Sojaanbaus wird in Lebensmitteln und Konsumgütern verwendet, zum Beispiel in Speiseölen, Schokolade, Keksen, Speiseeis (1). Der überwiegende Anteil von Soja wird im globalen Süden als Futter für die Massentierhaltung angebaut und zu uns exportiert (Zur Problematik des Sojaanbaus hier).

Als Nischenprodukt wird die Sojabohne für den menschlichen Verzehr in Europa angebaut und hat hier eine gute Oekobilanz. Der Anteil Anbauflächen mit Sojabohnen steigt, trotzdem macht der europäische Anbau nur 7.5% der gesamten Menge an Soja-Importen aus (2).

Entscheidungskriterium: Tofu ist eine nachhaltige Alternative zu Fleisch. Auf die Herkunft der Sojabohne und die biologischen Anbaumethode achten und Produkte mit Herkunft aus Europa bevorzugen.

(1) https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/16337-rtkl-ernaehrung-und-nachhaltigkeit-ist-tofu-schlecht-fuer-die-umwelt

(2) BUND – Freunde der Erde (2019). Soja-Report. Wie kann die Eiweißpflanzenproduktion der EU auf nachhaltige und agrarökologische Weise angekurbelt werden?